Eigentlich müsste man ja … – wenn Aufschieben chronisch wird

Autor:
Linden-Ambulanz für Psychotherapie
17.01.2026

Studenten als Künstler des Aufschiebens – „Eigentlich müsste man ja …“

…für die anstehende Prüfung lernen, ein Referat vorbereiten oder die Hausarbeit abschließen. Aber nur noch auf Facebook und Instagram schauen, den fünften Blick in den Kühlschrank werfen, eben E-Mails checken und die Wohnung könnte man auch mal wieder putzen. Mittlerweile lohnt es sich dann auch nicht mehr, mit dem Lernen anzufangen – dafür ist es jetzt zu spät.

Was ist Prokrastination?

Prokrastination bezeichnet das pathologische Aufschieben von Aufgaben. Es ist mehr als nur gelegentliche Unpünktlichkeit oder Faulheit. Betroffene leiden unter einem chronischen Muster des Vermeidens wichtiger Tätigkeiten, obwohl sie die negativen Konsequenzen kennen.

Die Teufelskreis-Spirale

Prokrastination führt oft zu einem Teufelskreis: 1. Aufgaben werden aufgeschoben 2. Stress und Schuldgefühle entstehen 3. Die Aufgabe wird noch bedrohlicher wahrgenommen 4. Weitere Vermeidung als „Lösung“ 5. Der Zeitdruck erhöht sich, die Qualität leidet

Ursachen der Prokrastination

Hinter dem Aufschieben stehen oft tiefer liegende Ängste: - Versagensangst - Perfektionismus - Überforderung - Mangelnde Selbstregulation - Schwierigkeiten bei der Prioritätensetzung

Wege aus der Prokrastination

Prokrastination ist behandelbar. Verhaltenstherapeutische Ansätze helfen dabei, die zugrundeliegenden Muster zu erkennen und neue Strategien zu entwickeln:

- Realistische Zielsetzung - Aufgaben in kleine Schritte unterteilen - Belohnungssysteme etablieren - Arbeitsplätze optimieren - Selbstmitgefühl entwickeln

Wenn das Aufschieben zum chronischen Problem wird und das Leben stark beeinträchtigt, ist professionelle Hilfe sinnvoll.

Schlagworte:
Prokrastination

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Gruppenfoto von 15 Personen, die an einem Tisch mit Essen und Getränken in einem hellen Raum mit Pflanzen sitzen.
Team Psychotherapie-Praxis