Akzeptanz- und Commit­ment-Therapie

Akzeptanz- und Commitment-Therapie: Mit Achtsamkeit und Werteorientierung zu einem erfüllten Leben

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) ist ein innovativer Ansatz aus der „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie. Entwickelt von Steven Hayes, verbindet die ACT Elemente aus Kognitiver Verhaltenstherapie, Achtsamkeitspraxis und Experimenten. Ziel ist es, einen flexibleren Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen zu entwickeln und sich auf ein wertorientiertes Leben auszurichten. Durch die Förderung von Akzeptanz, Defusion und engagiertem Handeln soll die psychische Flexibilität gesteigert und ein Prozess der Veränderung angestoßen werden.

Warum ist eine Akzeptanz- und Commitment-Therapie in der Kombinationsbehandlung Einzel- und Gruppentherapie sinnvoll?

In unserer Ambulanz hat sich die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie im Rahmen der ACT bewährt. Die Einzelsitzungen dienen dazu, die individuelle Lebens- und Problemsituation zu explorieren und die persönlichen Werte und Ziele herauszuarbeiten. Durch erlebnisorientierte Übungen und Metaphern werden die sechs Kernprozesse der ACT (Akzeptanz, Defusion, Selbst-als-Kontext, Gegenwärtigkeit, Werte, engagiertes Handeln) eingeführt und vertieft.

Die Gruppentherapie bietet die Möglichkeit, die ACT-Prinzipien in der Interaktion zu erproben und zu festigen. Durch den Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Reflexion erweitert sich das Repertoire an Perspektiven und Handlungsoptionen. Die Teilnehmer unterstützen sich gegenseitig darin, Barrieren zu überwinden und werteorientierte Schritte zu gehen. Die Gruppe wird zu einem Experimentierfeld für neue Erfahrungen und Verhaltensweisen. Studien zeigen, dass die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie die Wirksamkeit der ACT steigert und den Transfer in den Alltag fördert.

Warum ist gerade die Akzeptanz- und Commitment-Therapie als Gruppentherapie sehr sinnvoll?

Die ACT ist besonders gut für das Gruppensetting geeignet, da hier die erlebnis- und handlungsorientierten Methoden voll zum Tragen kommen. In der Gruppe erleben die Teilnehmer unmittelbar, wie unterschiedlich Menschen mit denselben Herausforderungen umgehen und welche Rolle Sprache und Bewertungen dabei spielen. Durch die gemeinsame Reflexion werden die Prozesse der Akzeptanz und Defusion greifbar und nachvollziehbar.

Gleichzeitig bietet die Gruppe ein unterstützendes Umfeld, um neue, werteorientierte Verhaltensweisen auszuprobieren. Die Teilnehmer ermutigen sich gegenseitig, auch unangenehme Gefühle auszuhalten und sich von einengenden Gedanken zu lösen. Sie geben sich Feedback, teilen Erfolgserlebnisse und feiern gemeinsam Fortschritte. Nicht zuletzt fördert die Gruppe das Gefühl von Verbundenheit und Sinn – ein wichtiger Motivationsfaktor für nachhaltiges engagiertes Handeln.

Welche Kontraindikationen gibt es für die Akzeptanz- und Commitment-Therapie?

Trotz ihres transdiagnostischen Ansatzes gibt es einige Kontraindikationen für die ACT zu beachten. Bei schweren psychotischen Störungen oder akuten manischen Phasen ist die Fähigkeit zur Realitätsprüfung und Selbststeuerung oft so beeinträchtigt, dass die paradoxen Interventionen der ACT überfordern oder gar verstören können. Hier sind zunächst eine Medikation und stabilisierende Maßnahmen nötig.

Auch bei akuter Suizidalität oder schwerer Selbst- und Fremdgefährdung hat die Krisenintervention und Sicherung Priorität. Die werteorientierte Arbeit der ACT kann dann begleitend oder im Anschluss sinnvoll sein, um neue Lebensperspektiven und Handlungsoptionen zu entwickeln.

Menschen mit schweren kognitiven Einschränkungen oder Lernbehinderungen sind mit den oft metaphorischen und paradoxen Interventionen der ACT möglicherweise überfordert. Hier empfiehlt sich eine vereinfachte, stärker verhaltensorientierte Vorgehensweise.

Und schließlich erfordert die ACT ein gewisses Maß an Introspektionsfähigkeit und Frustrationstoleranz, um sich auf die erlebensorientierten Übungen und die Auseinandersetzung mit schwierigen Gefühlen einzulassen. Bei sehr ich-strukturschwachen Patienten sind zunächst stabilisierende und ressourcenorientierte Verfahren indiziert.

Eine Akzeptanz- und Commitment-Therapie in der Linden Ambulanz für Psychotherapie beginnen

In unserer Ambulanz nehmen wir uns in einem ausführlichen Vorgespräch Zeit, um gemeinsam mit Ihnen zu klären, ob die ACT in Kombination mit einer Gruppentherapie für Sie geeignet und hilfreich sein kann. Unsere erfahrenen Therapeuten erkunden mit Ihnen Ihre individuelle Situation, Ihre Werte und Ziele. Auf dieser Basis entwickeln wir einen maßgeschneiderten Behandlungsplan.

Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr über unser Angebot erfahren möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin für ein unverbindliches Erstgespräch. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und gemeinsam zu schauen, wie die ACT Sie dabei unterstützen kann, ein werteorientiertes und erfülltes Leben zu führen – trotz und mit den Herausforderungen, die sich Ihnen stellen. Lassen Sie sich einladen zu einem spannenden Prozess der Selbsterforschung und Veränderung – wir begleiten Sie gerne mit Engagement, Achtsamkeit und Wertschätzung auf diesem Weg.

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