Alltagstrance durchbrechen - Nutzen der Achtsamkeit

Autor:
Linden-Ambulanz für Psychotherapie
27.08.2025

Haben Sie oft das Gefühl, dass das Leben an Ihnen vorbeirauscht, Sie erschöpft und rastlos sind? Untersuchungen zufolge verbringen Menschen rund 47 Prozent ihres Tages damit, über Dinge nachzudenken, die nichts mit ihrer aktuellen Tätigkeit zu tun haben. Anders ausgedrückt: Viele von uns sind mit Autopilot unterwegs.

Im Autopilotenmodus handeln wir routiniert und greifen automatisch auf gewohnte Reaktionen zurück. Das erschwert der Situation angemessenes flexibles Handeln. Zehn Minuten in der Achtsamkeitshaltung verteilt über den Tag helfen Ihnen die Alltagstrance zu durchbrechen und mehr Einfluss auf Ihr Leben zu bekommen: Sie wissen wann und warum Sie etwas tun, und können Ihr Leben entsprechend gestalten.

Was ist Achtsamkeit?

Etwas Einfacheres als einfach nur da zu sein, lässt sich kaum finden und dennoch tun sich Menschen insbesondere aus westlich geprägten Ländern schwer damit, diese Haltung einzunehmen und müssen sie zunächst bewusst einüben. Es handelt sich um die Kunst, bewusst, im Hier und Jetzt, im wachen Kontakt mit sich selbst und mit der Umgebung zu sein, die Eindrücke interessiert, offen und akzeptierend wahrzunehmen, ohne weitere Absichten zu verfolgen.

Akzeptanz als Schlüssel

Die Gegenwart ist nicht immer schön. Sie kann auch voller Sorgen, Probleme und Krankheiten sein. Ein achtsamer Zugang dazu besteht darin, die Dinge zunächst so zu akzeptieren, wie sie sind. Mit Akzeptanz ist nicht „gut heißen“ gemeint, sondern „gewähren lassen“ bzw. „nicht-verändern-wollen“ gemeint. Am besten lässt es sich mit dem Satz „Es ist wie es ist“ beschreiben.

In der Psychotherapie hat sich die buddhistische Unterscheidung zwischen Tatsachen (dem unvermeidbaren Leid) und den Problemen, die entstehen, wenn Menschen gegen dieses Leid ankämpfen, längst bewährt. Die folgende Geschichte von den „zwei Pfeilen“ pflegte der Buddha seinen Besuchern zu erzählen:

Oft schießt das Leben einen Pfeil ab, der euch verwundet. Dadurch aber, dass wir das Geschehene nicht akzeptieren, uns Sorgen machen, es für ungerecht halten und uns fragen, wie lange der Schmerz wohl anhalten mag, jagen wir oft einen zweiten Pfeil in die Wunde und verschlimmern und verlängern dadurch den Schmerz nur noch. Schmerz lässt sich nicht vermeiden, darunter zu leiden aber schon.

Wissenschaftliche Belege

Mit zunehmender Beschleunigung, Entfremdung und steigendem Leistungsdruck leiden immer mehr Menschen unter Depressionen, Ängsten, psychosomatischen Beschwerden und Süchten. Das regelmäßige Praktizieren der Achtsamkeit führt mit der Zeit zur Entspannung, Gelassenheit, Ruhe, Energie und Lebensfreude. Achtsamkeitsbasierte Techniken wurden bereits in mehr als 10.000 Studien untersucht und werden effektiv bei Behandlungen psychischer Erkrankungen, bei Elternberatungen und inzwischen in Unternehmenstrainings eingesetzt.

Praktische Übungen

Im Folgenden finden Sie einige Übungen, die Ihnen dabei helfen können, Ihren Alltag achtsamer zu gestalten:

Den Tag richtig angehen

Forscher haben festgestellt, dass wir die meisten Stresshormone schon in den ersten Minuten nach dem Aufstehen ausschütten. Bleiben Sie nach dem Aufwachen zwei Minuten im Bett liegen und beobachten Sie während dieser Zeit Ihren Atem.

Achtsam essen

Nehmen Sie sich Zeit für eine Mahlzeit. Beobachten Sie die Beschaffenheit, die Farbe und die Konsistenz ihrer Speisen. Versuchen Sie möglichst viele Geruchsfacetten wahrzunehmen. Sie werden überrascht sein, wie eine Prise Achtsamkeit Ihre Speise verwandelt.

Die 6-Sekunden-Übung

Bevor Sie die nächste Herausforderung des Tages angehen, richten Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit auf einen einzigen tiefen Atemzug, schütteln Sie alle Probleme und Sorgen ab und starten Sie beim Ausatmen Ihren Geist und Körper neu.

Probieren Sie, eine oder mehrere dieser kurzen Übungen in den nächsten Tagen in Ihren Alltag einzubauen. Sie werden feststellen, dass Sie entspannter werden und mehr Energie haben.

Schlagworte:
Achtsamkeit

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Gruppenfoto von 15 Personen, die an einem Tisch mit Essen und Getränken in einem hellen Raum mit Pflanzen sitzen.
Team Psychotherapie-Praxis