Verhaltenstherapie
Alltagsnah und auf Ziele ausgerichtet
Verhaltenstherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das dabei unterstützen kann, belastende Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen besser zu verstehen und Schritt für Schritt zu verändern. Viele Schwierigkeiten entstehen nicht „einfach so“, sondern entwickeln sich über Zeit – zum Beispiel durch Stress, prägende Erfahrungen, ungünstige Gewohnheiten oder Strategien, die früher hilfreich waren, heute aber eher belasten. Verhaltenstherapie setzt genau dort an: Sie hilft, Zusammenhänge zu erkennen und neue, passendere Wege im Umgang mit schwierigen Situationen zu entwickeln.
In der Linden-Ambulanz bieten wir moderne verhaltenstherapeutische Behandlung an. Das Vorgehen ist transparent und gut nachvollziehbar. Sie müssen nicht alles „richtig“ machen oder schnell etwas leisten. Wir arbeiten gemeinsam an dem, was Ihnen wichtig ist, und orientieren uns an konkreten Zielen, die zu Ihrer Lebensrealität passen. Dabei betrachten wir sowohl äußere Belastungen als auch innere Muster wie Selbstkritik, Grübeln, Ängste oder Vermeidung. Wichtig ist uns eine respektvolle, traumasensible Haltung: Wir gehen Schritt für Schritt vor und achten darauf, dass Veränderungen in einem sicheren Rahmen möglich sind.

Schwerpunkte
Denk- und Bewertungsmuster
Vermeidungsverhalten
Grübeln und Sorgen
Selbstwert und Selbstkritik
Emotionen besser regulieren
Umgang mit Angst und Stress
Neue Gewohnheiten aufbauen
Diese Schlagworte stehen für typische Themen, an denen verhaltenstherapeutisch gearbeitet werden kann. Im Mittelpunkt steht, dass Sie Ihre Muster besser erkennen und verstehen: Was löst Stress, Angst oder Niedergeschlagenheit aus? Welche Gedanken tauchen dann auf? Welche Reaktionen folgen darauf, und wie wirkt das langfristig? Aus diesem Verständnis entwickeln wir gemeinsam konkrete Veränderungen, die zu Ihnen passen. Das kann bedeuten, innere Antreiber zu entlasten, hilfreiche Routinen aufzubauen, Grenzen zu stärken oder wieder mehr Handlungsspielraum in Situationen zu gewinnen, die bisher gemieden wurden.
Wir arbeiten dabei praxisnah, transparent und in Ihrem Tempo. Methoden werden erklärt und gemeinsam ausprobiert. Sie behalten jederzeit die Kontrolle darüber, was Sie bearbeiten möchten und wie weit Sie gehen wollen. Wenn sich zeigt, dass ergänzende Angebote sinnvoll sind, besprechen wir das gemeinsam und unterstützen bei der nächsten Orientierung. Bei akuten Krisen oder wenn Sie sich aktuell gefährdet fühlen, holen Sie bitte sofort Hilfe über den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117.
Ihre Anfrage
Wem hilft Neurofeedback?
Für einige psychische und neurologische Beschwerdebilder gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Neurofeedback unterstützen kann. Dazu zählen unter anderem Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme wie bei ADHS, bestimmte Kopfschmerzformen wie Migräne sowie depressive Beschwerden. Ob Neurofeedback in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir gemeinsam im Gespräch anhand Ihrer Ziele und Ihrer aktuellen Situation.
ADHS ist eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, die sich auch in Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Als Hauptursachen werden eine zentrale Regulationsstörung im Gehirn und eine gestörte Informationsverarbeitung zwischen den verschiedenen neuronalen Netzwerken vermutet. Neurofeedback kann hier unmittelbar an der Ursache der Erkrankung ansetzen.
Die Betroffenen erlernen durch Neurofeedback die gezielte Selbstregulation der eigenen Gehirnaktivität und können so Symptome positiv beeinflussen und damit die Herausforderungen des Alltags besser meistern.
Neurofeedback ist eine wissenschaftlich bestätigte, nicht medikamentöse Option zur Behandlung von ADHS. Ganz besonders effektiv ist das Training der Impulskontrolle über das SCP-Training. In Studien zeigte sich, dass Neurofeedback die gleiche Effektstärke wie Methylphenidat (Ritalin) hat, welches oftmals zur Behandlung von AD(H)S eingesetzt wird. Nur bei Hyperaktivität scheint Methylphenidat überlegen. Die Effekte von Neurofeedback waren jedoch nach einem Jahr noch nachweisbar, wohin gegen dies bei Methylphenidat nicht mehr der Fall war.
In Deutschland wird Neurofeedback in der S3-Leitlinie zur ADHS-Behandlung angeführt.
Angststörungen sind einer der häufigsten psychischen Störungen bei Erwachsenen. Diese treten mit unterschiedlichen körperlichen und psychischen Symptomen auf, die als sehr unangenehm und beeinträchtigend empfunden werden.
Bei den meisten Angststörungen liegt eine Fehlregulierung des Erregungszustands des Nervensystems vor, Betroffene zeigen ein erhöhtes Erregungsniveau, insbesondere in Verbindung mit dem angstauslösenden Reiz.
Neurofeedback kann hier ansetzen, um ein Überschießen des Erregungszustands zu verhindern und das Nervensystem zu stabilisieren.
Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zählen zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen und sind mit Veränderungen der neuronalen und psychischen Entwicklung verbunden. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko an psychischen Störungen wie Angststörungen, ADHS oder Depressionen zu erkranken, die wiederum Autismus spezifische Symptome verstärken können.
Betroffene können mithilfe des Neurofeedbacks lernen, ihr Verhalten besser zu kontrollieren. Erste Studien belegen, dass Neurofeedback die Kernsymptome wie repetitive Verhaltensweisen, soziale Isolation und Defizite in der Sprachentwicklung positiv beeinflussen kann.
Die Behandlung gleichzeitig auftretender, psychischer Störungen mit verhaltenstherapeutischen Methoden und dem Neurofeedback ist daher empfehlenswert.
Die mit Burn-Out verbundenen Symptome wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Nervosität können mithilfe von Neurofeedback reduziert werden.
Oftmals fühlen sich Betroffene nicht mehr fähig, Leistung zu erbringen. Auch wenn kein ausgeprägtes Vollbild vorliegt, kann Neurofeedback zur Prävention genutzt werden.
Mit dem Training lernen Betroffene Anspannung zu reduzieren und ihre Entspannungsfähigkeit zu verbessern.
Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten und deren Ursache als geheilt gilt, werden als chronische Schmerzen bezeichnet. Chronische Schmerzen haben ihre Warnfunktion verloren und gehen mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität einher.
Sie werden oft von anderen Beschwerden begleitet wie Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit und depressiven Symptomen. Mit der Zeit baut sich zudem ein Schmerzgedächtnis auf, so dass bereits leichte Reize Schmerzen auslösen können.
Da die Hirnaktivität in der Ruhephase bei chronischen Schmerzpatienten verändert ist, kann hier das Neurofeedback ansetzen. Fehlregulierte Hirnaktivität kann normalisiert und stabilisiert werden. Somit kann Neurofeedback, die in der Regel sehr komplexe Schmerztherapie, ergänzen.
Eine besondere Form chronischer Schmerzen stellt die Migräne dar.
Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Betroffene leiden unter gedrückter Stimmung, mangelnder Freude, Antriebs- und Interessenlosigkeit und reduziertem Selbstwertgefühl. Wiederholtes Grübeln und Gedankenkreisen sind weitere häufige Symptome.
Depressionen können mit einer unzureichenden Aktivierung bestimmter Netzwerke im Gehirn einhergehen, insbesondere derjenigen, die bei der Regulierung von Emotionen, Stimmung und Exekutivfunktionen (wie bspw. Aufmerksamkeits- und Konzentrationfähigkeit) beteiligt sind. SCP-Neurofeedback kann dazu beitragen, diese Netzwerke gezielt zu aktivieren und zu trainieren, um ihre Funktion zu verbessern.
Epilepsie stellt eine schwerwiegende, neurologische Erkrankung dar. Epileptische Anfälle treten aufgrund unzureichender Hemmung kortikaler Erregung des Gehirns auf. Neurofeedback kann Betroffenen dabei helfen, die kortikale Erregbarkeit direkt zu beeinflussen und dadurch die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren und gegebenenfalls sogar anfallsfrei zu werden.
Gerade bei Betroffenen, die nur unzureichend medikamentös eingestellt werden können, bietet das SCP-Neurofeedback eine zusätzliche Behandlungsform. Dabei lernen Betroffene die langsamen kortikalen Potenziale (SCP) in eine elektrisch positive Richtung zu verschieben, so dass epileptische Anfälle unwahrscheinlicher werden. Zusätzlich können durch SCP-Training bestimmte, mit Epilepsie verbundene, kognitive Abbauprozesse verhindert werden.
Die Binge-Eating-Störung ist durch immer wiederkehrende, exzessive Essanfälle gekennzeichnet. Betroffene haben das Gefühl keine Kontrolle mehr über ihr Essverhalten zu haben. Betroffene haben somit zusätzlich ein erhöhtes Adipositas-Risiko. Im Gegensatz zu anderen Essstörungen wie Bulimie, werden keine Kompensationsstrategien, wie Erbrechen, eingesetzt, die eine Gewichtszunahme verhindern sollen.
Neuere Studien zeigen veränderte Gehirnwellenmuster bei Betroffenen, die u.a. mit reduzierter Impulskontrolle in Zusammenhang stehen. Durch Training der Selbstkontrolle der langsamen kortikalen Potentiale kann dieses Störungsbild positiv beeinflusst werden und die Essattacken deutlich reduziert werden. Somit kann das Neurofeedback zusätzlich als Therapiemethode in die bereits bestehende Therapie integriert werden.
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