Depressions­behand­lung

Wenn Antrieb, Freude oder Hoffnung fehlen

Depressive Symptome können sich sehr unterschiedlich zeigen. Manche Menschen fühlen sich über längere Zeit niedergeschlagen oder innerlich leer. Andere erleben vor allem Erschöpfung, Rückzug, weniger Interesse an Dingen, die früher wichtig waren, oder das Gefühl, kaum noch Kraft für den Alltag zu haben. Oft kommen Grübeln, Selbstzweifel, Schuldgefühle oder ein hoher innerer Druck dazu. Auch Schlaf, Konzentration, Appetit oder körperliches Wohlbefinden können sich verändern. Burnout oder chronische Erschöpfung können ähnlich belastend sein besonders dann, wenn Erholung nicht mehr gelingt und selbst kleine Aufgaben überwältigend wirken.

In der Linden-Ambulanz bieten wir Begleitung und Behandlung bei depressiven Episoden, Burnout und chronischer Erschöpfung an. Sie müssen nicht „erst schlimmer dran“ sein, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Mittelpunkt steht ein respektvoller, sicherer Rahmen, in dem wir gemeinsam verstehen, was gerade passiert und was Sie im Moment am meisten entlasten kann. Dabei ist uns wichtig: Depression ist keine Frage von Willenskraft. Wenn es schwer ist, ist es schwer. Unterstützung kann dabei helfen, wieder mehr Stabilität und  Struktur zu finden.

Großer Baumstamm mit ausladenden Wurzeln und grünen Blättern vor einer sonnigen, grünen Wiese und Wald im Hintergrund.

Gemeinsam Orientierung finden

Psychologische Unterstützung kann helfen, wieder handlungsfähiger zu werden, wenn sich alles festgefahren anfühlt. Im Gespräch schauen wir gemeinsam, was im Moment am meisten Druck macht und welche Situationen Sie besonders belasten. Wir nehmen auch in den Blick, was Sie bisher getragen hat, welche Stärken und Ressourcen da sind und was Ihnen grundsätzlich guttut. Oft geht es darum, Warnsignale früh zu erkennen, innere Anspannung besser zu verstehen und Wege zu finden, die Sie spürbar entlasten können. Dabei arbeiten wir in Ihrem Tempo und mit einem Blick auf das, was für Sie realistisch ist.

Manche Menschen wünschen sich in einer Krise vor allem Stabilisierung und Entlastung. Andere möchten Zusammenhänge besser verstehen, Entscheidungen vorbereiten oder neue Formen der Abgrenzung und Selbstfürsorge entwickeln. Wieder andere brauchen Unterstützung dabei, passende weitere Hilfen zu finden. Wenn sich im Verlauf zeigt, dass eine Psychotherapie, eine ärztliche Abklärung oder ein ergänzendes Angebot sinnvoll sein könnte, besprechen wir das transparent und in Ruhe. Wir machen keine Versprechen, aber wir bieten an, Sie verlässlich zu begleiten und gemeinsam zu klären, was Ihnen jetzt am besten helfen kann.

Häufige Symptome

Niedergeschlagenheit

Interessenverlust

Antriebsmangel

Erschöpfung

Schlafprobleme

Grübeln

Konzentrationsprobleme

Diese Begriffe beschreiben häufige Themen im Zusammenhang mit depressiven Episoden, Burnout oder anhaltender Erschöpfung. Nicht alle Symptome müssen zutreffen, und nicht jede Erschöpfung bedeutet automatisch eine Depression. In der Behandlung geht es darum, Ihre Beschwerden ernst zu nehmen, sie gemeinsam einzuordnen und die nächsten Schritte so zu planen, dass sie zu Ihrer Situation passen. Dabei schauen wir sowohl auf Belastungen als auch auf das, was Ihnen grundsätzlich Stabilität geben kann.

Wir unterstützen Sie dabei, Muster und Auslöser besser zu verstehen, Entlastung im Alltag zu ermöglichen und hilfreiche Strategien aufzubauen. Das kann zum Beispiel bedeuten, den Tagesrhythmus wieder etwas zu festigen, Überforderung früh zu erkennen, Grenzen zu stärken, den Umgang mit Grübeln zu verändern und Selbstfürsorge ohne Druck aufzubauen. Wenn weitere Hilfen sinnvoll sind, besprechen wir das transparent und begleiten Sie bei Bedarf bei der nächsten Orientierung.

Ihre Anfrage

Wem hilft Neurofeedback?

Für einige psychische und neurologische Beschwerdebilder gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Neurofeedback unterstützen kann. Dazu zählen unter anderem Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme wie bei ADHS, bestimmte Kopfschmerzformen wie Migräne sowie depressive Beschwerden. Ob Neurofeedback in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir gemeinsam im Gespräch anhand Ihrer Ziele und Ihrer aktuellen Situation.

Wie kann Neurofeedback bei AD(H)S helfen?

ADHS ist eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, die sich auch in Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Als Hauptursachen werden eine zentrale Regulationsstörung im Gehirn und eine gestörte Informationsverarbeitung zwischen den verschiedenen neuronalen Netzwerken vermutet. Neurofeedback kann hier unmittelbar an der Ursache der Erkrankung ansetzen.

Die Betroffenen erlernen durch Neurofeedback die gezielte Selbstregulation der eigenen Gehirnaktivität und können so Symptome positiv beeinflussen und damit die Herausforderungen des Alltags besser meistern.

Neurofeedback ist eine wissenschaftlich bestätigte, nicht medikamentöse Option zur Behandlung von ADHS. Ganz besonders effektiv ist das Training der Impulskontrolle über das SCP-Training. In Studien zeigte sich, dass Neurofeedback die gleiche Effektstärke wie Methylphenidat (Ritalin) hat, welches oftmals zur Behandlung von AD(H)S eingesetzt wird. Nur bei Hyperaktivität scheint Methylphenidat überlegen. Die Effekte von Neurofeedback waren jedoch nach einem Jahr noch nachweisbar, wohin gegen dies bei Methylphenidat nicht mehr der Fall war.

In Deutschland wird Neurofeedback in der S3-Leitlinie zur ADHS-Behandlung angeführt.

Kann Neurofeedback bei Angst- und Panikattacken helfen?

Angststörungen sind einer der häufigsten psychischen Störungen bei Erwachsenen. Diese treten mit unterschiedlichen körperlichen und psychischen Symptomen auf, die als sehr unangenehm und beeinträchtigend empfunden werden.

Bei den meisten Angststörungen liegt eine Fehlregulierung des Erregungszustands des Nervensystems vor, Betroffene zeigen ein erhöhtes Erregungsniveau, insbesondere in Verbindung mit dem angstauslösenden Reiz.

Neurofeedback kann hier ansetzen, um ein Überschießen des Erregungszustands zu verhindern und das Nervensystem zu stabilisieren.

Ist Neurofeedback bei Autismus-Spektrum-Störungen wirksam?

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zählen zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen und sind mit Veränderungen der neuronalen und psychischen Entwicklung verbunden. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko an psychischen Störungen wie Angststörungen, ADHS oder Depressionen zu erkranken, die wiederum Autismus spezifische Symptome verstärken können.

Betroffene können mithilfe des Neurofeedbacks lernen, ihr Verhalten besser zu kontrollieren. Erste Studien belegen, dass Neurofeedback die Kernsymptome wie repetitive Verhaltensweisen, soziale Isolation und Defizite in der Sprachentwicklung positiv beeinflussen kann.

Die Behandlung gleichzeitig auftretender, psychischer Störungen mit verhaltenstherapeutischen Methoden und dem Neurofeedback ist daher empfehlenswert.

Wie hilft Neurofeedback bei Burn-out?

Die mit Burn-Out verbundenen Symptome wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Nervosität können mithilfe von Neurofeedback reduziert werden.

Oftmals fühlen sich Betroffene nicht mehr fähig, Leistung zu erbringen. Auch wenn kein ausgeprägtes Vollbild vorliegt, kann Neurofeedback zur Prävention genutzt werden.

Mit dem Training lernen Betroffene Anspannung zu reduzieren und ihre Entspannungsfähigkeit zu verbessern.

Kann Neurofeedback bei chronischen Schmerzen helfen?

Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten und deren Ursache als geheilt gilt, werden als chronische Schmerzen bezeichnet. Chronische Schmerzen haben ihre Warnfunktion verloren und gehen mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität einher.

Sie werden oft von anderen Beschwerden begleitet wie Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit und depressiven Symptomen. Mit der Zeit baut sich zudem ein Schmerzgedächtnis auf, so dass bereits leichte Reize Schmerzen auslösen können.

Da die Hirnaktivität in der Ruhephase bei chronischen Schmerzpatienten verändert ist, kann hier das Neurofeedback ansetzen. Fehlregulierte Hirnaktivität kann normalisiert und stabilisiert werden. Somit kann Neurofeedback, die in der Regel sehr komplexe Schmerztherapie, ergänzen.

Eine besondere Form chronischer Schmerzen stellt die Migräne dar.

Hilft Neurofeedback bei Depressionen?

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Betroffene leiden unter gedrückter Stimmung, mangelnder Freude, Antriebs- und Interessenlosigkeit und reduziertem Selbstwertgefühl. Wiederholtes Grübeln und Gedankenkreisen sind weitere häufige Symptome.

Depressionen können mit einer unzureichenden Aktivierung bestimmter Netzwerke im Gehirn einhergehen, insbesondere derjenigen, die bei der Regulierung von Emotionen, Stimmung und Exekutivfunktionen (wie bspw. Aufmerksamkeits- und Konzentrationfähigkeit) beteiligt sind. SCP-Neurofeedback kann dazu beitragen, diese Netzwerke gezielt zu aktivieren und zu trainieren, um ihre Funktion zu verbessern.

Kann Neurofeedback bei Epilepsie eingesetzt werden?

Epilepsie stellt eine schwerwiegende, neurologische Erkrankung dar. Epileptische Anfälle treten aufgrund unzureichender Hemmung kortikaler Erregung des Gehirns auf. Neurofeedback kann Betroffenen dabei helfen, die kortikale Erregbarkeit direkt zu beeinflussen und dadurch die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren und gegebenenfalls sogar anfallsfrei zu werden.

Gerade bei Betroffenen, die nur unzureichend medikamentös eingestellt werden können, bietet das SCP-Neurofeedback eine zusätzliche Behandlungsform. Dabei lernen Betroffene die langsamen kortikalen Potenziale (SCP) in eine elektrisch positive Richtung zu verschieben, so dass epileptische Anfälle unwahrscheinlicher werden. Zusätzlich können durch SCP-Training bestimmte, mit Epilepsie verbundene, kognitive Abbauprozesse verhindert werden.

Hilft Neurofeedback bei Essstörungen?

Die Binge-Eating-Störung ist durch immer wiederkehrende, exzessive Essanfälle gekennzeichnet. Betroffene haben das Gefühl keine Kontrolle mehr über ihr Essverhalten zu haben. Betroffene haben somit zusätzlich ein erhöhtes Adipositas-Risiko. Im Gegensatz zu anderen Essstörungen wie Bulimie, werden keine Kompensationsstrategien, wie Erbrechen, eingesetzt, die eine Gewichtszunahme verhindern sollen.

Neuere Studien zeigen veränderte Gehirnwellenmuster bei Betroffenen, die u.a. mit reduzierter Impulskontrolle in Zusammenhang stehen. Durch Training der Selbstkontrolle der langsamen kortikalen Potentiale kann dieses Störungsbild positiv beeinflusst werden und die Essattacken deutlich reduziert werden. Somit kann das Neurofeedback zusätzlich als Therapiemethode in die bereits bestehende Therapie integriert werden.