Behandlung von Angst- und Panikstörungen

Wenn Angst den Alltag stärker bestimmt

Angst ist eine normale menschliche Reaktion und kann in bestimmten Situationen schützen. Manchmal wird Angst jedoch so stark oder so häufig, dass sie einengt. Dann kreisen Gedanken ständig um mögliche Gefahren, der Körper steht unter Daueranspannung oder bestimmte Orte und Situationen werden zunehmend vermieden. Bei Panikattacken kann die Angst sehr plötzlich auftreten und sich körperlich intensiv anfühlen, zum Beispiel mit Herzklopfen, Zittern, Atemnot oder Schwindel. Das kann sehr beunruhigend sein, besonders wenn unklar ist, was gerade passiert.

In der Linden-Ambulanz bieten wir Behandlung und Begleitung bei Angst- und Panikstörungen an. Sie müssen nicht erst „beweisen“, dass es schlimm genug ist. Viele Menschen suchen Unterstützung, weil sie wieder mehr Sicherheit spüren und ihr Leben freier gestalten möchten. Im Gespräch schaffen wir einen geschützten Rahmen, in dem Sie Ihre Erfahrungen in Ihrem Tempo schildern können. Wir arbeiten wertschätzend und ohne Druck. Wichtig ist uns eine klare Einordnung: Starke Angstreaktionen sind belastend, aber sie sind auch verständliche Reaktionen des Nervensystems. Gemeinsam schauen wir, was Ihre Angst auslöst, was sie aufrechterhält und was Sie konkret entlasten kann.

Großer Baumstamm mit ausladenden Wurzeln und grünen Blättern vor einer sonnigen, grünen Wiese und Wald im Hintergrund.

Stabilisieren und Sicherheit aufbauen

Zu Beginn klären wir gemeinsam, welche Form von Angst im Vordergrund steht, wie lange sie schon besteht und in welchen Situationen sie besonders auftritt. Wir betrachten auch körperliche Faktoren, Stress, Schlaf, aktuelle Belastungen sowie bisherige Bewältigungsstrategien. Darauf aufbauend entwickeln wir einen Behandlungsplan, der zu Ihnen passt. Je nach Bedarf kann das psychotherapeutische Behandlung, stabilisierende Gespräche und das Erlernen konkreter Strategien zur Angstregulation umfassen. Wenn eine ärztliche Abklärung oder eine zusätzliche medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein könnte, besprechen wir das transparent und unterstützen bei der weiteren Orientierung.

Ein wichtiger Teil ist oft, die Angst besser „lesen“ zu lernen: Was passiert im Körper, was passiert im Kopf, und welche Reaktionen folgen daraus? Wenn Vermeidung eine Rolle spielt, kann es hilfreich sein, wieder behutsam Handlungsspielräume zu erweitern, ohne sich zu überfordern. Ziel ist nicht, dass Angst nie wieder auftaucht. Ziel ist, dass Sie sich ihr nicht ausgeliefert fühlen und wieder mehr Vertrauen in Ihren Körper und Ihre Fähigkeiten entwickeln können. Wir versprechen keine schnellen Lösungen, aber wir bieten an, Sie fachlich fundiert und zugewandt zu begleiten.

Häufige Symptome

Panikattacken

Vermeidung

Grübeln

Angst vor der Angst

Anhaltende Sorgen

Körperliche Angstreaktionen

Spezifische Phobien

Diese Begriffe beschreiben häufige Erfahrungen im Zusammenhang mit Angststörungen und Panik. Nicht jede Angst ist gleich eine Störung, und nicht jede Panik bedeutet automatisch eine Panikstörung. In der Behandlung geht es darum, Ihre Beschwerden sorgfältig einzuordnen und zu verstehen, welche Auslöser und Muster bei Ihnen eine Rolle spielen. Viele Menschen erleben Angst als „unlogisch“ oder schämen sich dafür. Das ist nachvollziehbar, und gleichzeitig wichtig zu wissen: Angst ist kein Zeichen von Schwäche. Sie kann sich verselbstständigen, besonders in Phasen hoher Belastung.

Wir unterstützen Sie dabei, Warnsignale früher zu erkennen, Anspannung zu regulieren und wieder mehr Sicherheit im Umgang mit angstauslösenden Situationen aufzubauen. Dazu können alltagstaugliche Übungen gehören, die den Körper beruhigen, sowie Strategien, die Grübeln und Katastrophengedanken unterbrechen. Wenn Vermeidung Ihr Leben einschränkt, entwickeln wir gemeinsam behutsame Schritte, um Handlungsspielräume zurückzugewinnen. Dabei gilt stets: Sie bestimmen Tempo und Grenzen. Wenn weitere Hilfen sinnvoll sind, besprechen wir diese transparent und begleiten Sie bei der nächsten Orientierung.

Ihre Anfrage

Wem hilft Neurofeedback?

Für einige psychische und neurologische Beschwerdebilder gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Neurofeedback unterstützen kann. Dazu zählen unter anderem Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme wie bei ADHS, bestimmte Kopfschmerzformen wie Migräne sowie depressive Beschwerden. Ob Neurofeedback in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir gemeinsam im Gespräch anhand Ihrer Ziele und Ihrer aktuellen Situation.

Wie kann Neurofeedback bei AD(H)S helfen?

ADHS ist eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, die sich auch in Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Als Hauptursachen werden eine zentrale Regulationsstörung im Gehirn und eine gestörte Informationsverarbeitung zwischen den verschiedenen neuronalen Netzwerken vermutet. Neurofeedback kann hier unmittelbar an der Ursache der Erkrankung ansetzen.

Die Betroffenen erlernen durch Neurofeedback die gezielte Selbstregulation der eigenen Gehirnaktivität und können so Symptome positiv beeinflussen und damit die Herausforderungen des Alltags besser meistern.

Neurofeedback ist eine wissenschaftlich bestätigte, nicht medikamentöse Option zur Behandlung von ADHS. Ganz besonders effektiv ist das Training der Impulskontrolle über das SCP-Training. In Studien zeigte sich, dass Neurofeedback die gleiche Effektstärke wie Methylphenidat (Ritalin) hat, welches oftmals zur Behandlung von AD(H)S eingesetzt wird. Nur bei Hyperaktivität scheint Methylphenidat überlegen. Die Effekte von Neurofeedback waren jedoch nach einem Jahr noch nachweisbar, wohin gegen dies bei Methylphenidat nicht mehr der Fall war.

In Deutschland wird Neurofeedback in der S3-Leitlinie zur ADHS-Behandlung angeführt.

Kann Neurofeedback bei Angst- und Panikattacken helfen?

Angststörungen sind einer der häufigsten psychischen Störungen bei Erwachsenen. Diese treten mit unterschiedlichen körperlichen und psychischen Symptomen auf, die als sehr unangenehm und beeinträchtigend empfunden werden.

Bei den meisten Angststörungen liegt eine Fehlregulierung des Erregungszustands des Nervensystems vor, Betroffene zeigen ein erhöhtes Erregungsniveau, insbesondere in Verbindung mit dem angstauslösenden Reiz.

Neurofeedback kann hier ansetzen, um ein Überschießen des Erregungszustands zu verhindern und das Nervensystem zu stabilisieren.

Ist Neurofeedback bei Autismus-Spektrum-Störungen wirksam?

Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zählen zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen und sind mit Veränderungen der neuronalen und psychischen Entwicklung verbunden. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko an psychischen Störungen wie Angststörungen, ADHS oder Depressionen zu erkranken, die wiederum Autismus spezifische Symptome verstärken können.

Betroffene können mithilfe des Neurofeedbacks lernen, ihr Verhalten besser zu kontrollieren. Erste Studien belegen, dass Neurofeedback die Kernsymptome wie repetitive Verhaltensweisen, soziale Isolation und Defizite in der Sprachentwicklung positiv beeinflussen kann.

Die Behandlung gleichzeitig auftretender, psychischer Störungen mit verhaltenstherapeutischen Methoden und dem Neurofeedback ist daher empfehlenswert.

Wie hilft Neurofeedback bei Burn-out?

Die mit Burn-Out verbundenen Symptome wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und Nervosität können mithilfe von Neurofeedback reduziert werden.

Oftmals fühlen sich Betroffene nicht mehr fähig, Leistung zu erbringen. Auch wenn kein ausgeprägtes Vollbild vorliegt, kann Neurofeedback zur Prävention genutzt werden.

Mit dem Training lernen Betroffene Anspannung zu reduzieren und ihre Entspannungsfähigkeit zu verbessern.

Kann Neurofeedback bei chronischen Schmerzen helfen?

Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten und deren Ursache als geheilt gilt, werden als chronische Schmerzen bezeichnet. Chronische Schmerzen haben ihre Warnfunktion verloren und gehen mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität einher.

Sie werden oft von anderen Beschwerden begleitet wie Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit und depressiven Symptomen. Mit der Zeit baut sich zudem ein Schmerzgedächtnis auf, so dass bereits leichte Reize Schmerzen auslösen können.

Da die Hirnaktivität in der Ruhephase bei chronischen Schmerzpatienten verändert ist, kann hier das Neurofeedback ansetzen. Fehlregulierte Hirnaktivität kann normalisiert und stabilisiert werden. Somit kann Neurofeedback, die in der Regel sehr komplexe Schmerztherapie, ergänzen.

Eine besondere Form chronischer Schmerzen stellt die Migräne dar.

Hilft Neurofeedback bei Depressionen?

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Betroffene leiden unter gedrückter Stimmung, mangelnder Freude, Antriebs- und Interessenlosigkeit und reduziertem Selbstwertgefühl. Wiederholtes Grübeln und Gedankenkreisen sind weitere häufige Symptome.

Depressionen können mit einer unzureichenden Aktivierung bestimmter Netzwerke im Gehirn einhergehen, insbesondere derjenigen, die bei der Regulierung von Emotionen, Stimmung und Exekutivfunktionen (wie bspw. Aufmerksamkeits- und Konzentrationfähigkeit) beteiligt sind. SCP-Neurofeedback kann dazu beitragen, diese Netzwerke gezielt zu aktivieren und zu trainieren, um ihre Funktion zu verbessern.

Kann Neurofeedback bei Epilepsie eingesetzt werden?

Epilepsie stellt eine schwerwiegende, neurologische Erkrankung dar. Epileptische Anfälle treten aufgrund unzureichender Hemmung kortikaler Erregung des Gehirns auf. Neurofeedback kann Betroffenen dabei helfen, die kortikale Erregbarkeit direkt zu beeinflussen und dadurch die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren und gegebenenfalls sogar anfallsfrei zu werden.

Gerade bei Betroffenen, die nur unzureichend medikamentös eingestellt werden können, bietet das SCP-Neurofeedback eine zusätzliche Behandlungsform. Dabei lernen Betroffene die langsamen kortikalen Potenziale (SCP) in eine elektrisch positive Richtung zu verschieben, so dass epileptische Anfälle unwahrscheinlicher werden. Zusätzlich können durch SCP-Training bestimmte, mit Epilepsie verbundene, kognitive Abbauprozesse verhindert werden.

Hilft Neurofeedback bei Essstörungen?

Die Binge-Eating-Störung ist durch immer wiederkehrende, exzessive Essanfälle gekennzeichnet. Betroffene haben das Gefühl keine Kontrolle mehr über ihr Essverhalten zu haben. Betroffene haben somit zusätzlich ein erhöhtes Adipositas-Risiko. Im Gegensatz zu anderen Essstörungen wie Bulimie, werden keine Kompensationsstrategien, wie Erbrechen, eingesetzt, die eine Gewichtszunahme verhindern sollen.

Neuere Studien zeigen veränderte Gehirnwellenmuster bei Betroffenen, die u.a. mit reduzierter Impulskontrolle in Zusammenhang stehen. Durch Training der Selbstkontrolle der langsamen kortikalen Potentiale kann dieses Störungsbild positiv beeinflusst werden und die Essattacken deutlich reduziert werden. Somit kann das Neurofeedback zusätzlich als Therapiemethode in die bereits bestehende Therapie integriert werden.