ADHS-Kurzgruppe

Wissen, Austausch und alltagstaugliche Strategien für Fokus, Organisation, Zeitmanagement und Stressregulation

Umgang mit ADHS?

Eine ADHS-Diagnose zu erhalten, ist für viele Menschen zunächst ambivalent: Einerseits entsteht Erleichterung, weil Schwierigkeiten endlich einen Namen haben. Andererseits tauchen Fragen auf („Was bedeutet das für mich?“, „Was kann ich verändern?“) und manchmal auch Schuld- oder Schamgefühle. Hilfreich ist, die Diagnose nicht als „Etikett“, sondern als Erklärungsmuster zu verstehen: ADHS beschreibt eine neurobiologische Besonderheit, die Aufmerksamkeit, Impulssteuerung, Emotionsregulation und Alltagsorganisation beeinflussen kann. Ein guter erster Schritt ist Psychoedukation: typische ADHS-Mechanismen verstehen, eigene Stärken und Belastungen einordnen, Auslöser erkennen und realistische, kleine Veränderungen im Alltag planen (z. B. Routinen, externe Erinnerungen, Prioritäten, Pausenmanagement).

Eine Gruppentherapie bietet dafür oft einen besonders guten Einstieg in eine längerfristige ADHS-Psychotherapie. In der Gruppe erleben Betroffene schnell, dass sie nicht allein sind – das wirkt entlastend und unterstützt Entstigmatisierung. Gleichzeitig entsteht durch Austausch und Feedback ein praktischer Lernraum: Strategien werden nicht nur besprochen, sondern an konkreten Alltagssituationen gespiegelt und weiterentwickelt. Die Gruppe fördert Motivation und Dranbleiben, weil Ziele verbindlicher werden und Erfolge sichtbar sind. Zudem lassen sich zentrale Grundlagen (Verständnis von ADHS, Selbstmanagement, Umgang mit Stress und Emotionen) strukturiert aufbauen, die in einer anschließenden Einzeltherapie individuell vertieft werden können – etwa zu Selbstwert, Beziehungsmustern, Komorbiditäten oder spezifischen Lebensbereichen (Beruf, Studium, Familie).

Teilnahme an der ADHS-Kurzgruppe

Wenn Sie Interesse an unserer ADHS-Kurzgruppe haben, melden Sie sich gerne über unser Kontaktformular. In einem Erstgespräch klären wir, ob die Teilnahme für Sie geeignet ist. Die ADHS-Kurzgruppe startet regelmäßig alle 4 Wochen – jeweils an wechselnden Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten.

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Unsere ADHS-Kurzgruppe (4 Termine)

In 4 Sitzungen erhalten Sie einen strukturierten Einstieg in den Umgang mit ADHS im Erwachsenenalter. Wir vermitteln verständliches Basiswissen, unterstützen bei der Einordnung typischer Symptome (Unaufmerksamkeit, Impulsivität, innere Unruhe) und erarbeiten alltagstaugliche Strategien für Organisation, Zeitmanagement und Stressregulation. Ein Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung: Sie testen zwischen den Terminen konkrete Übungen und reflektieren Erfahrungen in der Gruppe. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlasten, motivieren und neue Perspektiven eröffnen. Die Gruppe ist kompakt, lösungsorientiert und richtet sich an Personen, die zügig erste wirksame Schritte im Alltag erreichen möchten. Voraussetzung ist eine ausreichende Stabilität.

Kontraindikationen für die Teilnahme an der ADHS-Kurzgruppe

Eine ADHS‑Gruppe ist in der Regel dann hilfreich, wenn Teilnehmende ausreichend stabil sind, um regelmäßig zur Gruppentherapie zu erscheinen, zwischen den Terminen Übungen umzusetzen und in der Gruppe konstruktiv mitzuarbeiten. Nicht geeignet ist eine Gruppentherapie bzw. sollte zunächst eine andere Behandlungsform im Vordergrund stehen, wenn aktuell eine akute Krise besteht, z. B. akute Suizidalität, schwere Selbstgefährdung oder eine starke psychiatrische Entgleisung. Ebenso kann eine Gruppe überfordern, wenn psychotische Symptome vorliegen (z. B. Wahn, ausgeprägte Halluzinationen) oder wenn eine schwere, unbehandelte Abhängigkeit bzw. ein deutlich problematischer Substanzkonsum die Teilnahme und Umsetzung verhindert.

Auch bei schweren kognitiven Einschränkungen oder deutlich unzureichenden Sprach- und Lesefähigkeiten ist das Gruppenformat oft nicht passend, weil Inhalte und Arbeitsmaterialien dann nicht ausreichend verstanden und genutzt werden können. Bei sehr stark ausgeprägten ADHS‑Symptomen (z. B. extrem hohe Impulsivität, starke Desorganisation, fehlende Gruppenfähigkeit) kann es sinnvoll sein, zunächst mit Einzelterminen, Krisenstabilisierung oder einer medikamentösen Mitbehandlung zu starten, um anschließend von der Gruppe besser zu profitieren.