Ambulante tiefenpsychologische Gruppentherapie für Frauen
„Es gibt viele Gründe, warum es uns schwerfällt, unseren tiefsten Gefühlen zu begegnen. Die Leute schämen sich und fürchten sich vor dem, was Andere über sie denken könnten, wenn sie sich offenbaren. Sie haben Angst, dass sie zurückgewiesen werden. In der Therapie beginnen sie zu lernen, dass die Dinge, die sie umtreiben, uns alle umtreiben. Sie sind nicht andersartig. Es ist ein Gefühl, das sagt: „Willkommen in der Menschheit.“
Irvin D. Yalom

Zielgruppe und Behandlungsvoraussetzungen
Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahlerinnen
Spektrum an psychischen Problemstellungen, die für diese Form der Gruppentherapie geeignet sind:
- Depressive Erkrankungen
- Angst- und Panikstörungen
- Anpassungsstörungen an neue (oder bestimmte) einschneidende Lebensumstände und psychosoziale Veränderungen
- Belastungen durch wiederkehrende zwischenmenschliche Konflikte
- Lebens- und Sinnkrisen
- Reaktionen auf Verlustereignisse wie Trennungen
- Psychosomatische Beschwerden und körperliche Symptome ohne erkennbare physische Ursache (somatoforme Beschwerden)
- Probleme bei (körperlicher) Krankheitsbewältigung
Behandlungsziele der Gruppentherapie
- Biographische Themen bearbeiten
- Auseinandersetzung mit eigenen psychischen Themen
- Sich selbst in eigenen zwischenmenschlichen Beziehungsmustern verstehen
- Dysfunktionales Verhalten und Erleben verändern
- Emotionale Kommunikation im Miteinander fördern
- Umgang mit physischen und psychischen Belastungen stärken
Ablauf und Kostenübernahme durch die Private Krankenversicherung
Unsere ambulante Gruppe umfasst in der Regel zwischen 6 und 8 Teilnehmende und findet einmal wöchentlich für 100 Minuten statt. Geleitet wird sie von einer erfahrenen Psychologischen Psychotherapeutin mit der Zusatzbezeichnung Gruppenfachkunde. Die Dauer der Gruppentherapie ist zunächst auf 24 Doppelstunden ausgelegt.
Voraussichtlich wird die Gruppe immer donnerstags von 15.00 Uhr – 16.40 Uhr stattfinden, eine neue Gruppe startet im Frühjahr 2025.
Vor Beginn der Gruppe führen wir mit den Interessierten ein ausführliches und unverbindliches Vorgespräch, um die individuellen Fragen, Anliegen, Ziele und Vorerfahrungen zu klären und die Passung für das Gruppenformat zu prüfen. Bei weiterem Interesse werden die probatorischen Sitzungen (ca 3-4 Probesitzungen) im Einzelsetting abgehalten, sodass Raum bleibt, bezüglich der individuellen Anamnese und Therapieziele mehr in die Tiefe zu gehen. Erst danach müssen Sie entscheiden, ob das Gruppensetting für Sie das Richtige ist.
Als Privatversicherte haben Sie die Möglichkeit, die Kosten für die vorangehenden Einzelsitzungen und die Gruppentherapie an sich über Ihre Private Krankenversicherung abzurechnen. Die ersten Sitzungen werden unabhängig davon, ob sie die Therapie beginnen oder nicht, übernommen.
Die Erstattung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bzw. für Psychologische Psychotherapeuten (GOP). Wir unterstützen Sie gerne bei der Klärung der Kostenübernahme und stellen Ihnen die von unserer Seite aus erforderlichen Unterlagen zur Verfügung. Auch besteht die Möglichkeit, die Therapie selbst zu finanzieren.
M.Sc. Marieke Scheerbarth
Leiterin der tiefenpsychologischen Gruppe für Frauen, ausgebildete Psychologische Psychotherapeutin für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten und teilstationären Gruppentherapie

Psychodynamische Gruppentherapie – Was ist das und wie funktioniert sie?
Gruppentherapie lässt viele Menschen verhalten reagieren, auch wenn sie wissenschaftlich erwiesen genauso wirksam ist wie Einzeltherapie. Oftmals wirkt sie wie ein „Katalysator“ für unsere innersten Themen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind aber die Basis unseres Seins – und unserer psychischen Gesundheit. Die psychodynamische Perspektive geht davon aus, dass unsere aktuelle Art, Beziehungen zu gestalten, entscheidend von frühen, oft unbewussten Erfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen geprägt ist. Mussten wir als Kind immer wieder erleben, dass unsere Gefühle und Bedürfnisse übergangen wurden, neigen wir vielleicht auch als Erwachsene dazu, uns unterzuordnen und eigene Wünsche zurückzustellen. Wurden wir zu stark behütet und kontrolliert, fällt es uns womöglich schwer, anderen zu vertrauen und uns auf Nähe einzulassen. Solche „Beziehungsmuster“ aus der Vergangenheit wiederholen wir oft unbewusst, selbst wenn sie uns heute mehr schaden als nützen.
Eine wichtige Grundannahme der psychodynamischen Theorie ist es, dass es bei Schwierigkeiten in unserer Beziehungsgestaltung entweder in der Vergangenheit (z.B. durch emotionale Vernachlässigung) oder in der Gegenwart (z.B. bei Konflikten mit dem/r Partner*in) zu psychischen Beschwerden kommen kann. Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung sind somit meist ein großer ursächlicher Teil von psychischen Erkrankungen. Zudem erleben Menschen in psychischen Krisen erleben ihre Beziehungen oftmals als sehr herausfordernd, z.B. als enttäuschend, konfliktreich, überfordernd, einnehmend oder zu distanziert.
In einem Gruppenkontext sind wir mit anderen Personen im engen Austausch über uns selbst, unsere eigenen Themen und die eigene Sicht auf die Welt. Daraus abgeleitet aktualisieren sich unsere persönlichen Themen im direkten interpersonellen Kontakt. Das bedeutet, eine Person, die sich oft missverstanden fühlt, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Therapiegruppe irgendwann erleben, eine Person, die das Gefühl hat, sie trägt immer die gesamte Verantwortung, würde vielleicht ohne es bewusst zu wollen, auch eine sehr aktiv-dominante Rolle in der Gruppe einnehmen, eine Person, der es schwerfällt, sich anderen anzuvertrauen wird vermutlich auch in der Gruppe eine lange Zeit schweigen und sich fragen, wann und inwiefern sie den anderen näher kommen kann.
Die Aktualisierung unserer persönlichen Themen und Rollenmuster (z.B. „Ich fühle mich nicht gesehen und wertgeschätzt“, „Ich fühle mich nicht sicher“, „Ich bin so ohnmächtig“) im direkten zwischenmenschlichen Kontakt bietet die herausragende Chance, eigenes (zum Teil auch unbewusstes) Erleben und Verhalten zu erkennen. Durch Spiegelung und wohlwollendes Feedback der Gruppenmitglieder und Therapeutin können wir uns selbst besser verstehen, uns und unsere Gefühlswelt wahrnehmen, diese ausdrücken und in den Kontakt bringen und uns somit verändern. Einfühlsame Deutungen helfen dabei, den tiefenpsychologischen Zusammenhang zwischen aktuellen und früheren Erfahrungen herzustellen und einschränkende (biographisch erwachsene) Verhaltens- und Erlebensmuster aufzulösen. Gleichzeitig bietet die Gruppe ein Lernfeld, um neue, befriedigendere Formen des Kontakts und der Begegnung unter schützender therapeutischer Leitung zu erproben. Durch diese Bearbeitung unserer zentralen psychischen Themen gelingt es, psychische Symptome zu verbessern, sich als Teil einer Einheit wahrzunehmen und wir selbst werden wieder ermächtigt, unsere Beziehungen für uns und unsere Nächsten befriedigend zu gestalten.
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